Sommerpausen Themen: Neues Logo

Freitag, 30. Mai 2014

Nach dem ganzen Lizenzwirrwarr zur 2. Bundesliga war ein Thema sehr schnell klar. Die DFL forderte ein UEFA kompatibles Logo.

Obwohl ich mir schon damals die Frage stellte, wie man ein UEFA kompatibles Logo in einer Verhandlung aus RB Leipzig und DFL Teilnehmern vereinbaren möchte, wollte man auf DFL Seite über diesen Umweg wohl einfach eine Änderung notwendig machen, ohne in den eigenen Statuten und Lizenzbedingungen eine Grundlage für diese zu haben.

Nun wurde das Logo ohne große Verlautbarungen geändert

Altes Logo:

Neues Logo:


Und sofort kochten die Emotionen dazu hoch. Die RB Kritiker fühlten sich anhand der kleinen Änderungen für dumm verkauft, bei RB Fans hörte man nicht selten "unkreativ" und "häßlich". Nun, über Geschmack lässt sich natürlich streiten. Eines ist jedoch klar, es ist fast eine 1:1 Kopie des Logos, mit dem Red Bull Salzburg international auftritt.

Designmäßig ist das neue Logo wahrlich kein Highlight. Den Ball auf die ehemalige Sonnengröße zu ziehen und ihm damit auch die Konturen zu rauben und das Logo, nachdem das rote RB wohl nicht mehr oben stehen durfte, einfach platt zu drücken gewinnt sicherlich keine Designpreise. Auch der Faktor, das durch die rennenden roten Bullen das Logo weiterhin zu breit ist und deswegen in den meisten externen Darstellungen verkleinert dargestellt werden wird, ist nicht gerade ideal.

Nach ein paar Tagen Abstand kann man jedoch zumindest feststellen, das es jetzt auch nicht wesentlich schlechter aussieht als das alte Logo.

Es kursierten die Tage grafisch sicher auch wesentlich schönere Varianten mit Regionalbezug, doch wie sollten die eigentlich UEFA kompatibel sein? Diese Frage, die ich oben schon einmal erwähnte, ist das eigentlich kuriose an der Geschichte und das eigentliche Ärgernis wenn man die Zukunft betrachtet.

Die UEFA nimmt Logo Prüfungen im Zuge ihrer Zulassungsprüfungen für die internationalen Wettbewerbe vor. Dabei ist nicht, wie bei der DFL entscheidend, ob ein Investor hinter einem Verein steht, schließlich hat man davon in Europa reichlich. Viel mehr interessiert man sich dafür, das keine Sponsorennamen in Logos auftauchen und sorgt sich vor allem um Mehrfacheinfluss bestimmter Geldgeber.

Dabei sind Bestimmungen, wie das Aussehen eines Logos keinesfalls eine Art Checkliste, die man einfach abhaken kann. Stattdessen ist die Logoprüfung ein Teil des Gesamtprozesses, der auch durchaus von der UEFA je nach Fall ausgelegt werden kann. So wurde damals bezüglich Salzburg entschieden, das das Logo mit den 2 Bullen, die sich nicht sonderlich von denen Red Bulls entscheiden, akzeptabel ist. Viele andere würden dies wohl nicht so sehen, es gibt aber keine genaue Definition wann sich in welcher Form "zu viel" Sponsor/Investor wiederspiegelt.

Selbst wenn das Logo demnach eine fast 1:1 Kopie des Salzburg Logos ist, kann weder in Leipzig, noch bei der DFL jemand überhaupt wissen, ob die UEFA das Logo am Ende wirklich genehmigt. Das wird sich erst zeigen, wenn es soweit ist. Man kann jedoch zumindest vermuten, das die UEFA Verantwortlichen ein mehr als flaues Magengefühl haben werden.

Zwei Vereine in ihren Wettbewerben mit fast identischen Logo dürften zu einigen heftigen, internen Diskussionen führen und das Thema der Mehrfachbestimmung eines Geldgebers wird dahingehend wohl aktueller denn je sein.

Es könnte demnach durchaus sein, das wir nun ein UEFA kompatibles Logo haben, das die UEFA am Ende nicht für kompatibel hält und ablehnt. Keine sonderlich beruhigende Aussicht für die Zukunft.

Kommentare :

  1. Das ist doch alles nur Zinober, damit die DFL mit den rechtswidrigen Forderungen nicht das Gesicht verlieren. Das Logo hat Bestandsschutz und kann auch nicht von der UEFA verboten werden. EU-Recht ist anzuwenden!

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  2. Leider findet der Bestandsschutz nicht zwingend Anwendung in diesem Fall. Auch wenn die Alternativlosigkeit zur UEFA im Klagefall sicher den einen oder anderen EU Wächter aufhorchen lassen würde, steht es grundsätzlich einem selbstorganisierten Verband natürlich frei, selbst über Zulassung und Nichtzulassung nach selbstgewählten Kriterien zu entscheiden.

    Und im Gegensatz zur DFL hätte die UEFA sogar schon Richtlinien die dahingehend Anwendung finden könnten.

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